Woher kommt der Begriff „kalandern“?

Die Kalandsbruderschaft in Ebersbach

Der Begriff „kalandern“ entstand aus der Kalandsbruderschaft, die im Mittelalter eine Bruderschaft von Geistlichen, später auch von Laien war. Unter anderem gab es auch eine Kalandsbruderschaft in Ebersbach. Sie dienten dem Zweck, sich gegenseitig zu unterstützen. Sie trafen sich am ersten Tag jedes Monats (Calendis). Diese monatlichen Treffen arteten bald in Schwelgereien und Trinkgelagen aus. Aus diesen Schlemmereien entstand der Begriff „er kalendert“.

Auch wird diese Bruderschaft in Ebersbach öfter im Gerichtsbuch erwähnt, bei der diese – um ihre Rechte durchzusetzen – die Gerichte beauftragten. Wahrscheinlich, um genügend Mittel für ihre Ausgaben bei den monatlichen Treffen zu haben.
Streitigkeiten zwischen den beiden Bruderschaften in Ebersbach – der Jacobsbruderschaft und der Kalandsbruderschaft – wurden regelmäßig vor Gericht ausgetragen. Ebenso verklagten die Kalandsbrüder 1515 „den Meister hans uff der Hütten, den Wickel uff dem Berge und molichansen“ bei dem Gericht auf 4 Gulden. Die Angeklagten bekannten sich schuldig, nur wüssten sie nicht, ob sie dem Kaland oder der Jacobsbruderschaft schuldig seien. Wie es am Ende ausgegangen ist, ist im Gerichtsbuch nicht verzeichnet. Weiter wurde im Gerichtsbuch von 1518 erwähnt, dass die Kalandsbrüder vor Gericht Recht bekamen auf Übertragung eines Grundstücks in Eibelshausen, nachdem ein „Burghans Schneider“ eine Beurkundung verhindern wollte.
Durch die Reformation lösten sich die Kalandsbruderschaften in den protestantischen Gebieten immer mehr auf. Lediglich in katholisch geprägten Bereichen, z. B. in Westfalen, hielten sie sich einige bis Anfang des 20. Jahrhunderts und ganz wenige gibt es bis heute.

Eine Recherche von Armin Wickel/Geschichtswerkstatt Neuhütte Dietzhölztal e. V.