Die Geschichtswerkstatt präsentiert! – Die historische Grenze von Nassau gegen Hessen

Die historische Grenze von Nassau gegen Hessen – Verlauf und geschichtliche Besonderheiten

Am Mittwoch, 10. Juni 2026, um 19 Uhr, stellt Jürgen Daum in der Halle 10, im Eingangsbereich des Nationalen Automuseums, geschichtliche Hintergründe zum Grenzverlauf zwischen Hessen und Nassau vor. Der Verlauf geht in unserer Region auf die „Dernbacher Fehde“ im 13. bis Anfang/Mitte des 14. Jahrhunderts zurück. In dieser kriegerischen Auseinandersetzung setzten sich die von der unteren Lahn stammenden Nassauer Grafen nach teils erbitterten Kämpfen gegen den ortsansässigen Kleinadel – dieser wurde unterstützt von den Hessischen Landgrafen – in der „Herborner Mark“ fest.

Eine erste grobe Grenzziehung erfolgte Mitte des 14. Jahrhunderts. Während nun im südlichen Bereich weitestgehend Klarheit bestand, war der Grenzverlauf nördlich von Hirzenhain über Jahrhunderte weiterhin strittig. Hessen beanspruchte eine deutlich andere Grenzlinie als Nassau. So kam es zu einer Kuriosität: Die Bewohner von Simmersbach mussten in regelmäßigen Abständen Grenzgänge der Nassauer mitten durch ihr Dorf, ja sogar durch ein Haus, dulden. Erst im 30-jährigen Krieg kam endgültig ein Grenzvertrag zustande und im gesamten Grenzverlauf wurden Steine gesetzt.

Über solche Besonderheiten wie die Grenzgänge durch Simmersbach, einen Fluchtversuch bei der Gellenbachmühle nahe Bischoffen, die Bedeutung der mittelalterlichen Landheegen, die wichtigsten Wegequerungen der Grenze und Abschreckungsmaßnahmen sowie andere interessante Grenzbeschreibungen Nassaus auf dem Westerwald erzählt Jürgen Daum. Er ist der heimische Experte für Siedlungstopografie, alte Wegesysteme und historische Grenzsteine.

Jürgen Daum am Dreiherrenstein, der oberhalb von Mandeln seit 1484 den Grenzverlauf zwischen Nassau, Wittgenstein und Hessen bestimmt.

Zudem berichtet er von seiner ehrenamtlichen Arbeit seit 1990 als Obmann zur Erhaltung und Erfassung dieser gesetzlich geschützten Kleindenkmale und zeigt interessante Beispiele dazu.

Nach dem Vortrag ist Gelegenheit zum Austausch mit Jürgen Daum und weiteren Vereinsmitgliedern. Im Diner des Restaurants New York New York oder bei gutem Wetter im Außenbereich des Cafés „Avus“ werden Getränke und eine deftige Haubergssuppe angeboten.

Der Eintritt ist frei – Spenden für die umfangreiche Vereinsarbeit sind willkommen.